09.-10.06.18 - SO WHAT ... mirage#4 aus der Reihe Body Visions von IPtanz

So what...mirage#4 / aus der Reihe Body Visions in Kooperation mit der Medienkünstlerin Parisa Karimi


Sa 09.06.2018 - 20 Uhr


So 10.06.2018 - 18 Uhr (!)

 
Kartenreservierungen unter: ticket@ip-tanz.com oder barnescrossing@web.de, Tel.: 02236-963588

Ticketpreis: 14 € / 9 € (erm.) 

www.ip-tanz.com

...Eine faszinierende Szene gelingt dem Tanzduo Diana Treder und Tim Cecatka, das aus einem Konturlosen Gebilde, -einer Art Urmagma- die Gestalten menschlicher  Körper herausschält. Furchterregend wirkt der Homunkulus mit kleinem Kopf und klobigem Rumpf. Hier schlagen Ilona Pászthy und ihr Bühnenbildner miegL eine assoziationreiche Brücke zwischen den technisierten Menschenbildern des 19. Jahrhunderts und den Gen-Experimenten unserer Tage. In den Bildern liegen diesmal die Stärken der beiden.... (Thomas Linden, Kölnische Rundschau, 27.2.2018)

Cyborgs für den Haushalt, Hochleistungsimplantate und Hightech-Prothesen im Profisport, Diskussionen in Politik und Gesellschaft um Genderneutralität, Genmanipulation und Geschlechtsumwandlungen, unterschiedliche Funktionsweisen, Lebensrealitäten und Bedeutungsebenen von Körpern - inspiriert von diesen aktuellen Themen präsentierte IPtanz in den Monaten August bis November 2017 Tanzminiaturen an verschiedenen Orten im öffentlichen Raum in Köln.

Mit So what...mirage#4 kreiert das Team IPtanz nun in der Fortführung eine Bühnen- und Videoinstallation, die Phantasien von zerstörerischen und schöpferischen Momenten des Phänomens „Fortschritt“, Visionen und Überlegungen angesichts einer unbekannten Zukunft, die sich in Utopien formulieren darf, als Antrieb dieser künstlerischen Auseinandersetzung formuliert. Verhaltensmuster dürfen sich auflösen und neu erschaffen werden, Verknüpfungen von gewohnten Strukturen in Alltag und sozialen Zusammenhängen sollen zerbrochen und frei von Wert und Logik neu verknüpft werden.

Inspiriert von diesen aktuellen Themen stellt sich mirage#4 der Betrachtung einer Vision von Körpervielfalt: Inwiefern beeinflussen die gesellschaftlichen Diskurse und die immer zunehmenden technologischen Eingriffe den sog. „urbiologischen“ Körper? Es entstehen Körperbilder und tanztheatrale Installationen, die sich als METAPHERN FÜR FRAGEN NACH DEM KÖRPER VON MORGEN verstehen.

Im Austausch mit der Medienkünstlerin Parisa Karimi werden unterschiedliche Wege der Annäherung an die Themenvielfalt gesucht und umgesetzt. Richtet sich in der choreographischen Arbeit von IPtanz das Augenmerk auf den Körper als Metapher für das Instrument, die Plattform, die biologische Rohmasse Körper und die VISION EINER KÜNFTIGEN GESELLSCHAFT, so reflektiert Parisa Karimi in ihrer Videoarbeit den Diskurs um den Körper der Zukunft aus feministischen Perspektiven mit gegenwärtigen Fragestellungen zu einer postkolonialen Wirklichkeit. In der Gegenüberstellung beider künstlerischer Konzepte entsteht ein vielschichtiger Blick auf Körper von morgen.

Im Anschluss an die Vorstellungen stehen die Künstler*innen für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung.

Eine Produktion von IP Tanz in Kooperation mit BarnesCrossing – Freiraum für TanzPerformanceKunst

Choreografie: Ilona Pászthy I Tanz: Diana Treder, Tim Čečatka  I Dramaturgie: Christina Schelhas I Ausstattung: miegL / Kostümobjekt: Margit Koch / Musik: Zsolt Varga / Videoinstallation: Parisa Karimi / Licht: Gerd Weidig

Gefördert durch:

Kulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

 
IP-Tanz
Seit 2000 entstehen mit der interdisziplinären Künstlergruppe um Ilona Pászthy Produktionen, die spartenübergreifend sozialkritisch den Zeitgeist und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Strukturen zum Thema haben. Grundlegend für die künstlerische Arbeit ist das choreographierte Zusammenspiel unterschiedlicher Kunstsparten und Tanz auf der Bühne. In den künstlerischen Konzepten beschäftigt sie sich mit der Veränderung sinnlicher Wahrnehmungsprozesse in einer zunehmend medialisierten Welt zwischen Sinnesverlust und dessen Kompensation in einer Gesellschaft, die zunehmend geprägt ist von virtuellen Welten.
 
In den Jahren 2015 bis 2017 sucht das künstlerische Team um Ilona Pászthy die Auseinandersetzung mit Methoden und Ansätzen aus der Wissenschaft und aus anderen Kunstformen. Schwerpunkt ist die Begegnung mit genrefremden Formen (Film, Bildende Kunst) und Wissenschaften (Mathematik, Genetik, Soziologie), denen sich der choreografierte Körper stellt, um Positionen zu aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen zu durchdenken und zu durchleuchten. Vor allem geht es dabei um die Struktur des gesellschaftlichen Zeitbegriffs, der sich zwischen Ursprung (Aspekte der Vergangenheit) und Utopie (Aspekte der Zukunft) spannt.


Ilona Pászthy
 ausgebildet in Hannover und an der Dansacademie Rotterdam (NL), tanzte u.a. bei: Tanztheater Irina Pauls / Leipzig, Kammerspiele Mainz / Desperate Figures Dance Theatre, Bühnen Köln / Johann Kresnik. Eigene Tanzproduktionen seit 2000, mehrfach nominiert und ausgezeichnet, u.a. 2. Preis und Publikumspreis beim „International competition for contemporary dance“ in Belgien, Tanztheaterpreis Köln der SK Stiftung, Tanzfilmpreis beim „Choreographic Captures“ Wettbewerb (Filmfest München 2009), Stipendium für Choreographie der Kunststiftung NRW 2006 in Paris und Budapest mit der Cie. Pál Frenák, Gründungsmitglied des Choreographennetzwerkes BARNES CROSSING. Ihre Arbeiten sind national wie international zu sehen, zuletzt in Rumänien, Ungarn, Korea und Afrika.
 

Parisa Karimi (*1981 in Berlin) ist Medienkünstlerin, Film- und Theatermacherin und Dozentin.
In ihren interdisziplinären Arbeiten erforscht sie neue Ausdrucks- und Kommunikationsmethoden: darin verbindet sich das Geschichten-Erzählen mit Elementen der Dokumentation und Animation/ Site-specific-Performances und Installationen mit interaktiven Interfaces und Möglichkeiten der Partizipation.
Parisa Karimi studierte mediale Künste an der Kunsthochschule für Medien, Köln. Im Mittelpunkt ihrer Werke steht das menschliche Subjekt, der Körper und seine Erinnerungen, die Begegnung mit ihr und seinen Geschichten. Dabei spielen Perspektiven der Diaspora und Identität eine Rolle. Wer sind wir? Was prägt uns und wie lassen sich Grenzen der vermeintlich festgeschriebenen Geschichten und Räume durchbrechen?
Ihre Arbeiten wurden auf internationalen Festivals gezeigt ( u.a. S, Fira de Tarrega/ ES, VISIO/BR, MIT-European Film Festival//NL, Environmental Arts Festival/ Iran, etc.)
Parisa Karimi ist Gründerin und Ko-Kuratorin vom HeimatlosGrenzenlos Netzwerk und Studio. Sie lebt und arbeitet in Köln.